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CONSTRUCTLAB

22/8 —6/9 2016

Bilder Eduardo Villanueva vom Workshop im August 2016

Die Künstlerhäuser Worpswede e.V. errichteten 1972 am Rande des Teufelsmoores die Martin Kausche-Ateliers als erste deutsche, ländliche Förderstätte für die bildenden Künste, Literatur und Musik. Über 400 internationale Stipendiaten waren bis 2010 dort zu Gast. In den letzten Jahren ist der Verein, einer Initiative des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) folgend, eine Phase der Aktualisierung durchlaufen und hat sich als eine Projekt-basierte und programmatische Förderstätte neu aufgestellt.

Heute sind neben den Einzelkünstlern zunehmend Künstler-Gruppen und Akademie-Zusammenhänge zu Besuch in den Martin Kausche-Ateliers. Für diese Aufenthalte wird nun in Ergänzung zu der bestehenden Atelier-Architektur ein Gruppen-Forum an diesem Standort notwendig, dass bis zu 20 Künstlern optimale räumliche Arbeitsbedingungen zum Entwickeln gemeinsamer Projekte bereitstellt. Ein Plenum und Multifunktionsraum, der sowohl den Ansprüchen von Gesprächsworkshops genügt, wie als Probebühne sich bewegender Körper und als temporärer Ausstellungsraum dienen kann. Eine Architektur, die sich nach Aussen transparent zeigt, aber gleichermaßen nach innen geschütztes Arbeiten ermöglicht. Ein baulicher Entwurf, der den Bestand aufnimmt und optimiert, der sich der ihr umgebenen Landschaft unterwirft und zugleich ein markantes Zeichen an seine Umgebung setzt.

Für die Ermittlung dieser Struktur bis zum fertigen Planungsentwurf werden die Künstlerhäuser Worpswede e.V. nun mit dem Berliner Architekten Alexander Römer und dem von ihm gegründeten Kollektiv Constructlab zusammenarbeiten. Constructlab hat in den vergangenen Jahren europaweit eine Vielzahl an temporären und dauerhaften Architekturprojekten durchgeführt, wie u.a. im Rahmen des Darmstädter Architektursommers, des "Museum of Arte Util" am Van Abbemuseum in Eindhoven, des "Teatro del Mare" am Lungomare in Bozen und das "Parck Design Festival 2016" .

Ähnlich wie in diesen Referenzprojekten wird im August 2016 ein temporäres Bauwerk auf dem angrenzenden Grundstück der Martin Kausche-Ateliers errichtet. Ein kollektiver Arbeits- und Präsentationsraum - ein Prototyp, der sich den unterschiedlichen Anforderungen des Programms der Künstlerhäuser Worpswede von 2016 bis 2018 anpassen kann.

Das Bauwerk wird von Freiwilligen und Teilnehmern an einem Sommerworkshop unter Anleitung von Fachkräften im Selbstbau errichtet. Der Bau ist in Leichtbauweise, das Tragwerk ist aus Holz. Die Ausstattung und Bespielmöglichkeiten sind sehr flexibel. Auf diese Weise werden sich die Produktionsmöglichkeiten der Martin Kausche-Ateliers vervielfachen und kommende Projekte können sich einer interessierten Öffentlichkeit in Worpswede öffnen. So entstehen Bilder, ein entsprechender Bedarf an so einer dauerhaften Produktionsstätte wird belegt, kann in Worpswede diskutiert und Möglichkeiten der Finanzierung erarbeitet werden.

Darüber hinaus wird dieser Praxis-check am 1:1-Modell konkrete Erfahrungen bilden, von wem und wie ein solches Gruppenforum genutzt wird. An der UdK Berlin/Prof. Dr. Norbert Palz (Studiengang Architektur, Fachgebiet Digitales und Experimentelles Entwerfen) werden parallel Planungsentwürfe für eine endgültige bauliche Lösung entworfen.

Großzügig gefördert von

Foto: Henning Hasselberg
LANDSCHAFT IST OHNE HAUS NICHT DENKBAR (Artwork by Thomas Baldischwyler)