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WE NEED YOUR CAR KEYS !
The Horizons of Horror

28/10 —30/10 2016

mit Melanie Bonajo, Bracha Ettinger, Anselm Franke und Laboria Cuboniks (Diann Bauer, Helen Hester), Anja Kirschner, Sam Basu und Anke Hennig

Zwischen dem 28. und 30. Oktober 2016, beherbergten die Künstlerhäuser Worpswede We Need Your Car Keys!, eine gemeinsame Ergründung der Horizonte des Horrors, und deren Bedeutung für unsere gegenwärtige Kultur. Die Idee des „Horrors“ diente dabei als fließfähiger Schlamm, der disziplinäre und methodische Begrenzungen geistes- und humanwissenschaftlicher Diskurse überwindet. Praktiker_innen, Kurator_innen und Theoretiker_innen waren dazu eingeladen, historische, psychologische, zeno-feministische und ökologische Annäherungen an diese Felder zu finden und Studierende und Nichtspezialist_innen durch die zentralen Begriffe zu geleiten.

Das Symposium schlug Horror als ein notwendiges Instrument vor, um damit Strategien zu unterstreichen und zu begreifen, die die konventionellen und veralteten Tendenzen mit binären Oppositionen zu operieren (wie innen/aussen, eigen/ fremd, natürlich/künstlich) aufzulösen, um damit die Komplexitäten gegenwärtiger Phänomene in ihrer materiellen, technologischen und politischen Geschichte besser beschreiben zu können. Diese Phänomene werden ’heimgesucht’, da die ihnen innewohnenden positiven Möglichkeiten vernachlässigt wurden.

Ziel von We Need Your Car Keys! war es, Horror von Todestrieb, Negativität und Nihilismus loszulösen und stattdessen die Orte horrender Grenzerfahrungen als Ausgangspunkte für die Nutzbarmachung eines monströsen Werdens und radikaler Rekonfigurationen von Subjektivität zu verstehen.


Es folgt eine Dokumentation aller Redebeiträge:

Bracha L. Ettinger (Bildende Künstlerin, Philosophin und Theoretikerin auf dem Gebiet französischer, feministischer Psychoanalyse) eröffnete die Konferenz mit einem Grundsatzreferat. Sie präsentierte ihren Text über die Faszination mit, und dem Vergnügen an den Möglichkeiten des Horrenden, um damit sowohl auf traumatisierende Gewalt als auch auf ’re-traumatisierende’ Horrorfiktionen einzugehen. In Folge ihrer Kritik an den ’Mutter-Monstern’ einer psychoanalytischen Theorie, stellte sie den Lajos-Komplex vor. Sie analysiert Lajos, den Vater von Ödipus aus der Griechischen Antike, als Subjektposition eines wahrhaften ’Vater-Monsters’. In ihrer Kritik der gängigen Verknüpfung zwischen der Furcht vor dem Unheimlichen und der Ehrfurcht im Angesicht des künstlerisch Erhabenen, argumentiert sie zu Gunsten einer genussfreundlichen Psychoanalyse und eines ’Opfers ohne Opfer’ und unterstreicht damit die Verbindungen zwischen Trauma und neuen Formen von Schönheit und dem Erhabenen.

Das Symposion wurde gefördert durch: