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Jochen Weise

VICINITY

Mobirise
Foto: Marion Seida

Jochen Weise war Stipendiat des Landes Niedersachsen für bildende Kunst 2016 und für zwei Monate in den Martin Kausche-Ateliers zu Gast.


Jochen Weise was a scholarship holder of the state of Lower Saxony for visual arts in 2016 and for two months in the Martin Kausche-Ateliers.


Der Künstler Jochen Weise gewinnt in ländlichen Gefilden jener Region, jenen abgelegen und unbeachteten Winkeln, jenen auf den ersten Blick uninteressanten und eintönigen Orten und Gegenständen, eine Bedeutung ab, die sich dem Alltagsleben weitestgehend der Beachtung entziehen. Dem neugierig und aufmerksam durch die Region streifenden Künstler eröffnen sich bizarre und fabelhaft anmutende Gegebenheit: Remisen, über und über gefüllt mit allerlei, z.T. befremdlichen Gerätschaften; Lagerplätze mit ausrangierten Landwirtschaftsgeräten oder versteckte Winkel mit ausgedientem Baumaterial. Jochen Weise ist nicht nur Chronist des Unbeachteten, sondern in erster Linie Maler – versteht es, dieser gegenständlichen Welt eine höchst artifizielle Seite abzugewinnen. Er fasst die sichtbare Wirklichkeit als Vorwand für seine malerische Entfaltung auf: Farbverläufe, deren feine Reminiszenzen den Malprozess dokumentierten; Farben, in subtilen Schichten übereinander gelegt, die mehr spür- als sichtbar sind; Gegenstände, wie Holz- und Metalloberflächen, die stilisiert, geometrisiert werden, um sodann als monochrome Flächen im Bild zu erscheinen; Landschafts-Elemente, wie Wiesen, die sich in Flächen verwandeln, auf denen sich die Farbe entfalten und ihr eigenes subtiles Spiel entwickeln kann; lasierende Farb-Schichten, die dem Himmel Tiefe wie auch malerische Raffinesse verleihen. Darüber hinaus weist der Künstler den Gegenständen eine Autonomie zu, verweigert ihnen teilweise den Schattenwurf, löst sie aus dem Sfumato, d.h. aus der Raumtiefe, um ihnen skulpturale Autonomie zuteilwerden zu lassen. Der Künstler gesteht also der Farbe eine Präsenz zu, die dem Bild eine doppelte Rezeptionsebene zuweist: die der sicht- und erinnerbaren Wirklichkeit als skulpturales Ereignis sowie die der malerischen Prozesse einer delikaten Valeurmalerei.

Dr. Sven Nommensen, 3 Landesmuseen 

Mobirise
Jochen Weise - schön gefunden- , Öl auf Leinwand, 150 X 120 cm, Worpswede 2016
Seit vielen Jahren male ich Gegenstände, die ich im Arbeitsalltag meines dörflichen Wohnumfeldes in Meinersen, im Landkreis Gifhorn finde, hinter alten Schuppen und Scheunen wo manches nach planlosen Ordnungsprinzipien abgelegt ist und dennoch eine eigene Ästhetik entwickelt.
Diese Gegenstände will ich nicht dokumentieren oder sinnlos verfremden und deformieren.
Es geht mir vielmehr um minimale Versetzungen, leichte Verschiebungen beim Einsatz der malerischen Mittel.
Immer wieder hin-und herzupendeln zwischen der bloßen Farbe als Material, einer flächigen Malweise und explizit herausgearbeiteten Details, damit das Bild auch lebt von den verschiedenen Graden der räumlichen Darstellung. Das Motiv soll nicht überwunden werden, im Gegenteil, mit Hingabe und Liebe zur Sache entwickelt ich das Ganze in vielen Schritten. Wie viel Perspektive und Raumillusion dürfen sein, wie viel davon ist notwendig?
Meine Bilder differieren zwischen einem theoretischen Bewusstsein und der ganz normalen, natürlichen Lebenswelt. Die Dinge, die hier vorkommen, gebraucht werden oder einfach nur so herumliegen, in ihren Formen, ihrer Farbigkeit und Oberfläche sind für mich manchmal die reinsten ästhetischen Glücksmomente.
Jochen Weise 2017

Artist Statement
VICINITY
I paint objects which are part of everyday working life of the village where I live, or which I find behind old sheds and barns, where quite a few things are put away according to random principles, and yet they develop their own aesthetics.
I neither want to document these objects, nor do I want to pointlessly alienate and distort them.
What I want instead are minimal changes, slight shifts as regards the use of artistic means.
I constantly move back and forth between colour as a mere tool, a spacious style of painting and explicitly elaborated details, so that the picture comes alive with the different degrees of spatial representation. I do not intend to overcome the motif, on the contrary: in many steps, I develop my pieces with great devotion and attention to detail. How much perspective and spatial illusion are allowed, how much of it is necessary?
My paintings vary between a theoretical awareness and the perfectly normal, natural environment. The things that can be found, are used or simply lie about here, and their shapes, colours and surfaces sometimes mean pure aesthetic joy for me.
 
Jochen Weise 2017

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