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Tugba Simsek

Stipendiatin 2018

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Mannheim, Braunschweig, Cardiff, Los Angeles und jetzt Worpswede: Nur einige der Stationen, die sich im Lebenslauf von Tugba Simsek finden. 2017 erhielt die Künstlerin das Jahresstipendium des Landes Niedersachsen. Nun nutzt sie den durch das Niedersächsische Ministerium für Kunst, Kultur und Wissenschaft ermöglichten zweimonatigen Aufenthalt in den Künstlerhäusern Worpswede.

Worpswede ist Tugba nicht ganz fremd. Bereits im Jahr 2013 lernte sie den Ort und die Künstlerhäuser als Teilnehmerin des Projekts „Urtica“ kennen. Nun von Februar bis März 2018 vertieft sie ihre Eindrücke während ihres Arbeitsaufenthaltes in Atelier 1. Das lichtdurchflutete Atelier hat Tugba gleich zu Beginn ihres Aufenthaltes für ihre Zwecke eingerichtet, Möbel hin- und hergeschoben und eine Wand zu einer Art Leinwand umfunktioniert. Die schwarz gestrichene Wand erinnert nun an eine Tafel, auf der die Künstlerin mit Kreide zeichnet und schreibt. Aus ihren eigenen Werken, vornehmlich Zeichnungen, und in den Atelierhäusern vorgefundenen Gegenständen, entwickelt sie Rauminstallationen, die sich stetig verändern.

Der Aufenthalt in den Künstlerhäusern Worpswede bedeutet für Tugba freies Arbeit ohne Zwang. Zuerst musste sich die Künstlerin an die Ruhe in den Atelierhäusern gewöhnen, gesteht sie, aber auch daran, dass die Stunden der Tage in Worpswede anfangs gefühlt etwas langsamer verliefen als anderswo. Intensiv nutzt sie ihren Aufenthalt in Worpswede und arbeitet ununterbrochen. Auch außerhalb des Ateliers trägt Tugba stets ein Skizzenheft bei sich und zeichnet darin. Im Fokus und als Ausgangspunkt ihres künstlerischen Schaffens steht die Zeichnung.

Fokus Zeichnung

Traditionell dient das Zeichnen Künstlern als unmittelbarste Möglichkeit Eindrücke festzuhalten und als erklärender Erkenntnisprozess. Über ihre Zeichnungen begannen Künstler beispielsweise im Zeitalter der Renaissance ein neues Selbstverständnis, aber auch eine neue Betrachtungsweise der Natur. So auch bei Tugba, die über ihre Zeichnungen nicht nur ihre Umgebung und ihre Erlebnisse reflektiert, sondern auch ihre eigene Biografie. Auf den ersten Blick konzentriert sie sich häufig auf die äußere Gestalt der Dinge, doch nähert sie sich bei genauem Hinsehen gerade durch die Vereinfachung und durch ein tiefes Einfühlen in ihre Umgebung zugleich den inneren Wesen, der inneren Wirklichkeit der Dinge.

Schon hat Tugba im Ort erste Spuren hinterlassen. Als Gegengabe für die Ausstellungsbesuche in den Worpsweder Museen hinterließ sie in den Gästebüchern Farbstiftskizzen. Worpswede hat eine Wirkung auf die Künstlerin. In den Atelierhäusern entstehen Arbeiten, die die Auseinandersetzung mit Werken von Paula Modersohn-Becker oder der Worpsweder Landschaft nicht verleugnen, sich aber von den Vorbildern lösen. Durch starke Vereinfachungen und kantige, aber auch weichfließend geführte Linien wecken Tugbas Zeichnungen archaische Assoziationen, vielleicht erinnern sie bisweilen sogar an Höhlenmalerei, zumindest an Artefakte einer vergangenen Kultur, ohne dass sie sich jedoch deren Motiven bedient. Vielmehr greift sie Dinge aus der Alltagswelt auf, wie Hühner, Figuren, Blätter oder Landschaftsanmutungen.

www.tugbasimsek.com
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Tugba Simsek, Ohne Titel, 2018, Zeichnung auf Magic Papier, Tonpapier, 11 x 15 cm
Foto: Künstlerhäuser Worpswede

Tugba Simsek
your kisses taste like candy

 9/6 —17/6 2018

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Achte Ausstellung im Rahmen des Projekts "Ausnahmezustand"
(9. - 17. Juni 2018)

Eröffnung: Sa, 9. Juni 2018, 14 Uhr

Projektraum „Eichenhof“
(Ostendorfer Str. 13, 27726 Worpswede)

Begrüßung: Katharina Groth, künstl. Leiterin Künstlerhäuser Worpswede

Für die achte Ausstellung im Projektraum „Eichenhof“ im Rahmen des „Ausnahmezustand“ der Künstlerhäuser Worpswede kehrt Tuğba Şimşek zurück, die als Stipendiatin des Land Niedersachsen 2017 bereits im Frühjahr 2018 in den Künstlerhäusern zu Gast war. Die Künstlerin zeigt mit „your kisses taste like candy“ erstmals neue Arbeiten wie Keramikplatten, die sie während und nach ihrem Arbeitsaufenthalt in Worpswede entwickelt hat.

Keramikplatten, Zeichnungen und Kuchen

Tuğba Şimşek – your kisses taste like candy
(9. – 17. Juni 2018)

8. Ausstellung im Projektraum “Eichenhof” im Rahmen des “Ausnahmezustands”
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Tuğba Şimşek, your kisses taste like candy, 2018, Installationsansicht Projektraum “Eichenhof”, Foto: Stefan Ringeling

Zur Eröffnung ihrer Ausstellung “your kisses taste like candy” am Samstag, 9. Juni 2018 im Projektraum “Eichenhof” kündigte Tuğba Şimşek eine performative Präsentation an. Die Künstlerin hatte speziell für diese Ausstellung eine große Anzahl neuer Arbeiten erstellt. Genauer gesagt handelte es sich dabei um Keramikplatten, die sie in verschiedener Weise bearbeitet hat. Die so mal figurativ, mal abstrakt bezeichneten und unterschiedlich farbig gefassten Platten installierte sie auf drei schwarzen Tischplatten. Die Assoziation von Tellern verstärkte die Präsentation als zur Ausstellungseröffnung mehrere in Worpswede gebackene Torten zu den Arbeiten auf den Tischen gesetzt wurden. Schließlich lud die Künstlerin die Besucher ein, sich ihre Lieblingsplatte auszusuchen und diese tatsächlich als Kuchenteller zu nutzen.

Tuğba Şimşek löste mit dieser Herangehensweise nicht nur – im wahrsten Wortsinne – Berührungsängste des Publikums mit zeitgenössischer Kunst, sondern lud über das von ihr inszenierte performative Kaffeekränzchen auch zu intensiven Gesprächen und Austausch ein. Anspielungen, durchaus auch kritischer Art, zu der von ihr während ihres zu Jahresbeginn absolvierten Aufenthalts in den Künstlerhäusern Worpswede beobachteten Worpsweder Kaffee- und Kuchenkultur lassen sich in der Ausstellung ebenso beobachten.

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Tuğba Şimşek, your kisses taste like candy, 2018, Installationsansicht Projektraum “Eichenhof”, Foto: Stefan Ringeling
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Tuğba Şimşek, your kisses taste like candy, 2018, Installationsansicht Projektraum “Eichenhof”, Foto: Stefan Ringeling


Die performative Präsentation war eine zur Eröffnung angebotene einmalige Aktion während dieser Ausstellung. An den drei anderen Öffnungstagen der Ausstellung verzichtet Tuğba Şimşek auf die Reichung von Kuchen, doch sie gibt in ihrer Ausstellung zahlreiche Hinweise und Assoziationsketten frei, die die Wahrnehmung ihrer gezeigten Werke entsprechend beeinflussen können. So beispielsweise die Kreidezeichnung im ersten Ausstellungsraum auf der mit schwarzem Tafellack bearbeiteten Wand.

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